„Das literarische Quartett“ kopiert sich selbst!

1,07 Millionen Menschen sahen am Freitag Abend nach der „Heute-Show“ die Neuauflage des literarischen Quartetts. Während die „Heute-Show“ mit 16% übergab, blieben im Anschluß für die Hochliteratur nur noch 6% Marktanteil übrig. Ein krasser Absturz. 14 Jahre hatte sich das ZDF Zeit gelassen, um diesen TV-Klassiker zu „neuem“ Leben zu erwecken. Nun ja, viel ist in diesen 14 Jahren nicht passiert und NEU ist dabei eigentlich gar nichts. Die Teilnehmer sind natürlich andere, was wahrscheinlich nur daran liegt, dass Marcel Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek inzwischen verstorben sind, ansonsten hätte das ZDF die beiden natürlich wieder besetzt. Daniel Fiedler, Leiter der Redaktion „Kultur Berlin“ sagt im DWDL-Interview: „Irgendwann waren wir an dem Punkt, dass wir uns für den alten Namen entschieden haben. Selbst wenn wir es „Quasimodo“ genannt hätten, hätte doch jeder gewusst, dass es sich eigentlich um das „Literarische Quartett“ handelt.“

So kann man natürlich fehlende Kreativität auch argumentieren. Ich stelle fest: Der Trend, alte Formate 1:1 wieder auszugraben scheint sich also fortzusetzen. Inzwischen ist man bei der ARD davon abgerückt und lässt „Das ist Spitze“ (Dalli Dalli) erstmal pausieren. Was viele Programm-Macher vergessen, wenn sie alte Formate aus der Schublade holen: Diese Sendung waren erfolgreich, weil sie den Zeitgeist getroffen haben. Weil die Protagonisten von damals diese Formate auch verkörpert haben und nicht austauschbar waren. Und deshalb wird sich auch beim literarischen Quartett, wenn der Neugier-Effekt abgeklungen ist, zeigen, dass dieses Format eigentlich dahin gehört, wo es herkommt. Auf den Fernsehfriedhof. (Foto: DPA)

Wenn Sie sich allerdings für Literatur und Bücher interessieren und wissen wollen, wie man einen Bestseller schreibt, dann empfehle ich Ihnen die Dokumentation „Der Bestseller-Code“ am 9. Oktober um 23:15 Uhr im WDR Fernsehen. 🙂

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