Me too – TV

„Kitchen Impossible“ bei VOX wurde zum großen Quotenhit – grund genug, für das ZDF daraus mit Johann Lafer eine eigene Adaption zu basteln. „Sing meinen Song“ ebenfalls ein Quotenhit für VOX, der scheinbar bei Pro7 die Gelüste weckte, ein ähnliches Format rund um Rea Garvey zu entwickeln. Oder „Höhle der Löwen“, auch ein großer Hit für VOX, der den Sender Kabel1 im letzten Jahr motivierte eine Gründer-Doku-Soap mit dem Titel „Vom Spinner zu Gewinner“ zu lancieren – das Format wurde am Ende zum großen Flop für Kabel1. Und ähnlich ergeht es vielen Me-too-Produkten, nicht nur im TV-Bereich. Denn eine Kopie ist nie so gut, wie das Original. Das Original ist wie das Wort schon sagt, originär. Das gab es vorher nicht und deshalb ist es so erfolgreich geworden.

Auf einen Trend aufzuspringen, ermöglicht unter Umständen einen ganz passablen Wurf. Aus einer Kopie wird aber ganz selten ein größerer Hit, als aus dem Original. Warum setzen Sender je länger je mehr auf Me-too-Formate? Man erhofft sich auf der einen Seite, etwas vom Quotenerfolg anzukommen, auf der anderen Seite möchte man nicht mit einer ganz ungewöhnlichen und neuen Idee vor den Zuschauern und der Branche baden gehen.

Was viele dabei vergessen: Die Chance mit etwas ganz Neuem zu scheitern ist hoch – wenn es allerdings klappt,  wird der Erfolg umso größer – weil man eben etwas Neues geschaffen hat. Bestes Beispiel dafür ist die Autorin Joanne K. Rowling, die sich von den unzähligen Absagen unterschiedlicher Verlage nicht hat beirren lassen und heute die erfolgreichste Kinderbuchautorin der Welt ist.

Wir lernen: Wer etwas wagt, kann viel mehr gewinnen, als wer immer den sicheren Weg wählt. Leider ist Scheitern in Deutschland stigmatisiert und deshalb sind Me-too-Formate bei Sendern umso beliebter – denn man schwimmt mit ihnen in der Quotensuppe unauffällig mit. Die Kollegen von VOX kann ich für ihren Mut nur beglückwünschen! Sie zeigen, dass es eben auch anders geht.

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